Wirkstoff: Thioridazin
Markenname/n: früher Melleril, jetzt nur noch als Generikum erhältlich
Wirkstoffklasse: niedrigpotentes trizyklisches Antipsychotikum
Angestrebte Wirkungen: beruhigend bei Unruhe- und Erregungszuständen im Rahmen einer schizophrenen Erkrankung, wenn andere Medikamente nicht ausreichend wirksam sind.
Bedeutsamste unerwünschte Wirkung/en: Reaktionsvermögen herabgesetzt! Benommenheit. Vegetative (= anticholinerge) Nebenwirkungen, wie Mundtrockenheit, Verstopfung. Dosisabhängig und je nach individueller Empfindlichkeit auch extrapyramidale Nebenwirkungen.
Sexualität, Fruchtbarkeit, Verhütung: Dosisabhängig sind infolge eines Prolaktinanstiegs sexuelle Störungen, Amenorrhoe und Milchfluss möglich.
Schwangerschaft, Stillzeit: Vermeidung einer Schwangerschaft wird angeraten. Bei ungeplanter Schwangerschaft Überwachung der vorgeburtlichen Entwicklung. Abstillen!
Übliche Dosierung: ambulant höchstens 200 mg täglich. Bei akuten Erregungszuständen bis 600 mg täglich, jedoch nur unter geschulter pflegerischer Beobachtung im Krankenhaus.
Wechselwirkungen: Coffein schwächt die Wirkung ab. Wechselwirkungen mit zahlreichen Psychopharmaka und weiteren Wirkstoffgruppen. Apotheker fragen!
Regelmäßig überwachen: EKG wegen des Risikos für Herzrhythmusstörungen. Blutbild, EEG, Leberfunktion.
Abhängigkeitsrisiko: nein
Absetzen: abrupte Dosisänderungen vermeiden, schrittweise reduzieren.
Wichtig: War vor dem Aufkommen der atypischen Antipsychotika für viele Patienten leidlich akzeptabel. Wegen des Herzrisikos und der anticholinergen Wirkung heute nur noch ein Reservewirkstoff.
|